Einzelstück-Siebdruck per Papierschablone

Für „richtigen“ Siebdruck sind die nötigen Vorbereitungen pro Motiv (und ggf. Farbe) relativ komplex und brauchen Zeit, idealer Weise ein paar Tage vor der eigentlichen Druck-Aktion, besonders als Nicht-Profi.

Alles nicht so einfach…

Das Sieb muss peinlich genau gereinigt, also von alten Farben und Beschichtungen befreit und entfettet werden. Dann muss es bei Trüselbeleuchtung gleichmäßig mit einer lichtempfindlichen Emulsion beschichtet werden (gleichmäßig, nicht zu dünn, nicht zu dick). Dann muss es trocknen, dann mit einer perfekt schwarzen Vorlage (kann kaum ein Drucker, lieber fummling zwei exakt übereinander geklebte Overhead-Folien) belichtet werden (nicht zu lang, nicht zu kurz, wie lange ist das?). Dann kann man die nicht belichteten Stellen (und hoffentlich nur die) auswaschen. Ggf. klappt das nicht beim ersten Versuch, dann fängt man von vorn an und experimentiert mit der Beschichtung, Belichtung und den Vorlagen. Mehh…

[Details: https://de.wikipedia.org/wiki/Siebdruck]

Inzwischen kriegen wir das im Space ganz gut hin, aber für Neulinge ist das eher too much. Klar, hat man erstmal ein perfektes Sieb hinbekommen, kann man ratzfatz zehn, hundert, ach… tausend(!) T-Shirts oder Beutel bedrucken. Toll für eine Band oder einen Verein, leider eher nicht toll so für einen Workshop, wo die Teilis ihre Kreativität ausleben und individuelle Drucke herstellen sollen.

Da kommen Schablonen ins Spiel!

Diese können aus Papier mit einem einfachen Skalpell individuell selbst geschnitten und dann sofort für 1-3 Drucke verwendet werden, indem sie zwischen ein (unbeschichtetes) Sieb und das zu bedruckende Objekt gelegt werden. Durch die Ausschnitte in der Schablone bedruckt man das Ziel, überall sonst lediglich das Schablonenmaterial.

Ich habe im Februar einen entsprechenden Workshop im Rahmen des Jugendtags der Schwimmjugend Niedersachsen gegeben und das hat wunderbar funktioniert:IMG_20180217_215922.jpgIMG_20180217_145342.jpg

Da Schriftarten (insbesondere mit den nötigen Stegen) etwas komplizierter auszuschneiden wären, habe ich für alle Teilis ihren Namen mit dem Lasercutter ausgeschnitten. Den konnten sie dann zu ihren eigenen Motiven dazu basteln (oder halt auch nur den Namen drucken):IMG_20180217_144414.jpg

Aus den Skalpell- und Laser-Resten ist dann sogar noch ein richtig schöner Druck entstanden, hier unten im Bild:

IMG_20180217_215719.jpg

Besorgt1 euch Siebdruck-Zeug2 und macht Sachen3! Das macht wirklich Spaß…

Die Totenköpfe sind ebenfalls mit gelaserten Schablonen entstanden, hier habe ich die Graustufenbilder vorher gerastert und das Raster so manipuliert, dass auch bei 100% schwarz Stege zwischen den einzelnen Löchern bleiben. Dazu gibt’s bei Gelegenheit aber einen eigenen Beitrag…

Bis bald!


1Der KtT verleiht seine Siebdruck-Ausrüstung für nicht-kommerzielle Aktionen gegen Kostenbeteiligung (Rechnung), wenn man lieb fragt. Hab ich gehört ;) Mail an pg (ät) ktt (minus) ol (punkt) de und etwas Geduld könnten da helfen…

2Die Siebdruck-Ausrüstung für den KtT habe ich nach ausführlichster Beratung (Danke dafür!) bei siebdruck-versand.de in Magdeburg bestellt und wir sind sehr zufrieden, auch mit den Farben. Die haben richtig gute Video-Anleitungen und -Support zu all den Schwierigkeiten produziert, die so auftreten können. Im Notfall gibt’s auch Hilfe per Telefon. (Nein, ich bekomme keine Provision, die sind echt gut!)

3Für befreundete Lehrer, die sich die Ausrüstung ausleihen und damit einen eigenen Workshop durchführen wollen, gibt’s am kommenden Samstag (9.3.2018, 15:30 im Mainframe / Hackspace Oldenburg) eine Einführung. Die ist auch für weitere Interessierte offen, ob die nun hinterher Workshops veranstalten oder einfach mal selber drucken wollen. Bitte eben vorher melden!

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