Schwere Geburt aka Reparatur HK Soundsticks

Manchmal gestalten sich zunächst als relativ simpel eingeschätzte Reparaturen dann doch komplexer. [Note to self: Warnsignale beachten! Wenn das schon ein anderer länger dran war, genau hin gucken…] Mit meinem Latein am Ende und in der Hoffnung auf Ideen schreibe ich dazu ausnahmsweise mal was.

Der Patient

Ich habe hier ein Set „harman/kardon Soundsticks“ eines Bekannten zur Reparatur eines defekten Steckers auf dem Tisch, ein optisch ansprechendes 2.1-System mit einer doch recht speziellen Verkabelung. Von links Power-In, Special-Audio-Out, Audio-In.

Zum einen Satelliten geht es per Cinch, der andere hängt an einem Mini-DIN-Stecker (4-polig, eher als S-Video bekannt). Zwei Pole für Audio und nochmal zwei für die kapazitiven Lautstärketasten.

Sonderlösung für Audio-Out

Vor mir war da schon mindestens ein anderer Mensch länger mit einem Reparaturversuch dran. Die Vermutung war zunächst, dass er einfach nicht dazu gekommen war oder den defekten Stecker oder dessen Belegung nicht identifizieren konnte. Im Laufe der Arbeiten im Space hat man allerdings gesehen dass doch schon an fast allen Schrauben gedreht und die Gehäuse aller drei Komponenten geöffnet wurden. Bei den Satelliten ging das wohl nicht ohne Gewalt, da wahrscheinlich keine Schrauben die schick transparenten Teile verschandeln sollten und die Halbschalen daher trickreich geklemmt oder verklebt wurden.

Leider war ohne (zerstörende) Öffnung der weitgehend intakten (siehe Foto, gelitten hat sie schon…) Buchse die Belegung nicht so einfach zu ergründen – aber wofür hat man ein altes Scope im Space und einen, der es bedienen kann [Danke Domse ;)]

Zum Test habe ich einfach ein altes S-Video-Kabel aufgeschnitten und fliegend verbunden. Nach etwas Gefummel kam auch Audio raus: das System war durch gleichzeitiges Drücken beider Lautstärketasten (oder was es dafür gehalten hat) lautlos geschaltet.

„Strike, das Teil läuft! Jetzt nur noch hübsch machen…“

Spezialkabel

Naja, zu früh gefreut – sonst hätte ich wohl kaum den Artikel hier geschrieben :/ Bei höherer Lautstärke hat sich das System immer wieder lautlos gestellt, obwohl niemand in der Nähe der Tasten war. „Okay, ist ja auch fliegend verkabelt ohne verbundene Schirmung auf einer ESD-Matte mit zig aktiven Geräten mitten in einem Hackspace mit noch mehr Zeug…“

Der Aufbau des Original-Kabels hat auch signalisiert, dass Schirmung wichtig ist. Ohne Not haben die sicher nicht so einen Spezialkram verbaut: innen hellgrau/dunkelgrau verdrillt die Leitungen für die beiden Tasten, geschirmt mit Folie plus Geflecht, daneben weiss/transparent Audio und um alles nochmal Folie und Geflecht.

Also lieber schön dicht an den Stecker dran und beide Schirmungen möglichst weit dran ziehen.

Leitungen für Kapazitive Tasten (quasi Antennen) mit transparentem Schrumpfschlauch (zu dünne Isolierung?)
Folie und Geflecht wieder drum
Audio-Test, danach kürzer und bündig
Nochmal Folie und Geflecht
Schlumpfschlauch I
Schlumpfschlauch II

Leider hat alles nichts genützt. Das Teil interpretiert bei höherer Lautstärke ständig parallel gedrückte Tasten und mutet sich selbst. Wie kann das sein?

Und – Bonusfrage – wie kann es sein, dass sogar dann bei etwas mehr Dampf der Mute-Move erkannt wird, wenn ich den S-Video-Stecker mitsamt dem Satelliten und den Tasten vom System trenne?

Ich würde ja dem Besitzer fast vorschlagen, die Lautstärketasten tot zu legen und dafür ein separates Gehäuse zu bauen, damit die nicht mehr parallel zum Audiosignal liegen. Aber wer weiss, vielleicht hilft auch das nicht.

Ideen willkommen :/

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