Welches Notebook soll ich kaufen?

Alle Nase lang fragt mich ein Gast im Space oder jemand aus dem Freundes- und Bekanntenkreis nach Kaufberatung für Notebooks. Da ich seit Ewigkeiten immer die selbe allgemeine Antwort gebe und zu 95% der Zeit ohnehin kein aktuelles Wissen zum Sortiment der Anbieter habe, war ein Blog-Beitrag dazu längst überfällig.

Bevor eine sinnvolle Kaufentscheidung getroffen werden kann, muss ein entscheidender Punkt verinnerlicht werden. Und es schadet nicht, sich damit etwas länger zu beschäftigen, weil man dieser Grundsatz im Hinterkopf nicht nur bei Notebooks, sondern auch bei so ziemlich jeder anderen Anschaffung ernsthaft Geld und Nerven sparen kann.

Wer billig kauft, kauft doppelt. Mindestens.

Keine Sorge, das bedeutet nicht zwingend, dass man mehr Geld ausgeben muss!

billig ≠ preiswert

Bei der Anschaffung von Technik im Allgemeinen und besonders Notebooks sollte man nicht danach gucken, was in der Werbung für Konsumenten angepriesen wird, sondern was Profis nutzen. Leider kann man auch nicht einfach von einem Hersteller abraten und einen anderen empfehlen, da praktisch alle für verschiedene Segmente produzieren. Aber mal von vorn bzw. gleich zum Kern:

Consumer vs. Business

Den Notebook-Markt kann man grundsätzlich in zwei Segmente aufteilen oder zwei Pole nennen, zwischen denen die Hersteller alle Produkte bzw. Produktlinien positionieren: Consumer und Business.

Consumer-Notebooks sind billig für die Masse produziert. Sie müssen hübsch aussehen und Leistungsdaten haben, mit denen ein Verkäufer sie anpreisen und der Kunde sie mit anderen Geräten vergleichen kann. Es ist völlig okay (böse Zungen sagen sogar erwünscht), wenn sie kurz nach Ende der Garantie/Gewährleistung schrottreif sind. Der Kunde kann ja schnell ein neues Gerät kaufen. Wartung, Aufrüstung, Reparatur ist nicht vorgesehen, also kompliziert.

Business-Notebooks müssen robust sein und definierte Anforderungen erfüllen, die Produktlinien sollten über viele Jahre existieren, möglichst lange untereinander komplatibel sein und gut zu warten sein, um eine IT-Abteilung zu überzeugen, alle Mitarbeiter mit den Geräten auszustatten.

Der geneigte Leser kann jetzt wohl schon absehen, dass ich zu einem Business-Notebook rate und fragt sich womöglich, wie ein 1.500-Euro ThinkPad mit 14″-Display und i5-Doppel-Prozessor die bessere Wahl sein kann als als ein Asus oder Acer mit 15,5″, i7-Vierfach-Prozessor und ansonsten ähnlichen Werten (1TB HDD, 8GB Ram) für mehrere hundert Euro weniger. Oder wie ein Business-Notebook in ein 350-Euro Budget passen soll.

 

Ersteres ist ganz einfach: wenn das ThinkPad in fünf Jahren noch glücklich macht und jegliche Reparaturen schnell und günstig drin waren, während an Stelle des Billig-Geräts schon dem zweiten Nachfolger kurz vor dem Hitzetod der Lüfter schreit und alle drei Schnäppchen irgendwie schon von Anfang an merkwürdig langsam waren und nach wenigen Monaten klapprig und nach einem Jahr das erste Mal für zwei Wochen beim Hersteller.

Zweiteres auch: die Leasing-Rückläufer der Business-Geräte werden von darauf spezialisierten Unternehmen wie Luxnote* geprüft, teilweise mit neuen Tastaturen ausgestattet und als Gebrauchtgeräte verkauft.

Ein drei Jahre altes ThinkPad der T- oder X-Serie hat noch mehr Lebenszeit übrig als der originalverpackte Billig-Schrott, der bei Geizistgeil vertickt wird. Und es macht weniger  Stress – falls doch, kann es wenigstens repariert werden.

Empfehlungen

Leider kann man keine generelle Empfehlung für einen Hersteller aussprechen. Zunächst sind praktisch alle großen Hersteller neben dem Business-Bereich auch im Consumer-Segment unterwegs. Lenovos IdeaPads oder ThinkPad Edge kann man nicht mit den ThinkPads der T-, X- und P-Serien vergleichen. Dell steht auf Inspirons, Vostros, Latitudes und Precisions drauf, die Geräte spielen allerdings in absolut anderen Ligen. HP Pavillons und EliteBooks sind nicht vergleichbar.

Und dann gibt’s noch regelmäßig Ausreißer. Also ein halbherzig gebautes Business-Notebook oder einen gaming-tauglichen Hammer im Consumer-Bereich. Aber das sind Ausnahmen.

Ich persönlich kaufe (und empfehle) seit langer Zeit nur noch gebrauchte ThinkPads (Leasing-Rückläufer):

  • 12″ X230 X230s
  • 13″ X1
  • 14″ T430 T430s T430u T431s

All das sind Modelle aus dem Modelljahr 2012/2013 mit Core i (3. Generation) „Ivy Bridge“. Kosten fast nichts mehr bei (z.B.) Luxnote*

Achtung: Immer die Hinweise zum jeweiligen Modell im ThinkWiki lesen!

*Ich bekomme keine Provision oder sowas. Ich mag den Laden.

Update 28.02.2017 19:10: Ich wurde darauf hingewiesen, dass man noch viel detailliertere Infos in einem Artikel bei Netzwelt findet – klasse, das Ding!

 

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